Was steckt hinter dem teuersten Pilz der Welt und warum begeistert er Gourmetköche seit Jahrhunderten?
Wer zum ersten Mal einen frischen Trüffel in der Hand hält, ist oft überrascht: Eine unscheinbare, knollenartige Masse, rau an der Oberfläche, von außen alles andere als eindrucksvoll. Und doch gilt er als eines der begehrtesten Lebensmittel der Welt.
Trüffel sind unterirdisch wachsende Pilze, die zur Klasse der Schlauchpilze (Ascomycetes) gehören. Die „Echten Trüffel“ der Gattung Tuber umfassen weltweit etwa 140 bekannte Arten. Was man sieht und isst, ist dabei nur der Fruchtkörper, vergleichbar mit dem Apfel eines Apfelbaumes. Der eigentliche Pilz ist ein weitreichendes, unterirdisches Geflecht aus feinen Pilzfäden, das sogenannte Mycel.
Wie alle Pilze ist auch der Trüffel nicht in der Lage, Photosynthese zu betreiben. Er ist daher auf organische Nährstoffe angewiesen und lebt deshalb in enger Symbiose mit bestimmten Baum- oder Straucharten, vor allem Eichen, Buchen, Hainbuchen, Haseln und Esskastanien. Diese besondere Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Baumwurzel nennt man Mykorrhiza (aus dem Griechischen: mykes = Pilz, rhiza = Wurzel).
In dieser Symbiose vergrößert das feine Pilzgeflecht die Aufnahmefläche der Baumwurzeln erheblich und hilft dem Baum, Wasser und wertvolle Mineralstoffe aufzunehmen. Als Gegenleistung erhält der Pilz vom Baum Kohlenhydrate und andere Nährstoffe, die er für sein Wachstum benötigt. Ein von der Natur ausgedachter genialer Handel, ohne den anderen könnte keiner von beiden überleben.
Von den rund 140 bekannten Trüffelarten sind nur wenige kulinarisch bedeutsam. Die wichtigsten im Überblick:
Weißer Trüffel (Tuber magnatum Pico) – die Königin
Der weiße Alba-Trüffel aus dem Piemont in Norditalien gilt als die teuerste und begehrteste Trüffelsorte der Welt. Sein intensives, komplexes Aroma erinnert an Knoblauch, Käse und Bärlauch. Die Saison reicht von Oktober bis Dezember. Da er sich bislang nicht erfolgreich kultivieren lässt, ist er besonders selten. Sein Preis liegt je nach Jahr bei 3.000 bis 8.000 Euro pro Kilogramm und mehr. Weißer Trüffel sollte ausschließlich roh, hauchdünn gehobelt, über das fertige Gericht gegeben werden.
Schwarzer Wintertrüffel / Périgord-Trüffel (Tuber melanosporum)
Von Kennern „schwarzer Diamant“ genannt, ist der Périgord-Trüffel die wertvollste schwarze Trüffelsorte. Er stammt ursprünglich aus der französischen Region Périgord, wird aber auch in Spanien und Italien gefunden. Sein Aroma ist nussig, erdig und leicht schokoladig. Saison: Dezember bis März. Preis: je nach Qualität zwischen 1.000 und 3.000 Euro pro Kilogramm. Im Gegensatz zum weißen Trüffel kann er leicht erwärmt werden und entfaltet sein Aroma beim Mitkochen in Saucen oder Risotto.
Burgunder- und Sommertrüffel (Tuber aestivum / uncinatum)
Botanisch gesehen handelt es sich bei Sommer- und Burgundertrüffel um dieselbe Art. Der Burgundertrüffel ist die später reifende, aromatischere Variante. Beide wachsen in ganz Europa, auch in Deutschland. Die Sommertrüffel (Saison Mai bis September) hat ein mildes, nussiges Aroma und ist mit 200 bis 600 Euro pro Kilogramm deutlich günstiger. Die Burgundertrüffel (Oktober bis Februar) ist kräftiger und vielseitig einsetzbar.
Die Frage stellt sich fast jeder, der zum ersten Mal den Preis eines frischen Trüffels sieht. Die Antwort liegt in einer Kombination aus Seltenheit, Aufwand und Unberechenbarkeit:
Trüffel sind nicht einfach nur ein teures Topping. Ihr Aroma ist erdig, intensiv und von einer fast magischen Komplexität. Und das aus gutem Grund: Wissenschaftler haben Dutzende flüchtige organische Verbindungen in Trüffeln identifiziert. Die dominierendste davon ist 2,4-Dithiapentan, eine schwefelbasierte Verbindung, die den charakteristischen knoblauchartigen, moschusartigen Duft erzeugt.
Trüffel besitzen außerdem einen tiefen, Umami-reichen Geschmack. Umami, der fünfte Geschmackssinn neben süß, sauer, salzig und bitter, beschreibt dieses tiefe, herzhafte, vollmundige Geschmacksgefühl. Glutamat, eine Aminosäure, ist für diesen reichen Umami-Geschmack verantwortlich. Wenn Trüffel über warmes Essen gehobelt werden, binden sich ihre fettlöslichen Verbindungen an Öle und Butter und intensivieren so ihren Geschmack noch weiter.
Dazu kommt: Trüffel brauchen keine große Bühne. Schon wenige Gramm, dünn gehobelt über ein simples Risi e Bisi oder ein weiches Spiegelei, verwandeln das Einfachste in etwas Unvergessliches. Das ist die Magie des Trüffels – er macht das Schlichte großartig.
In der Hochküche ist der Trüffel seit Jahrhunderten ein Symbol für Höchstleistung am Herd. Schon Napoleon soll Trüffel als „Diamanten der Küche“ bezeichnet haben, die jede noch so einfache Mahlzeit zu einem Liebesmahl für Könige werden ließen.
Die gute Nachricht: Man muss kein Sternekoch sein, um Trüffel zu genießen. Mit den richtigen Produkten lässt sich das besondere Aroma auch zuhause wunderbar einsetzen:
Nicht jeder hat Zugang zu frischen Trüffeln. Genau hier kommen hochwertige Trüffelprodukte ins Spiel. Im SB Zentralmarkt findest du eine feine Auswahl z.B. von Casa Rinaldi. Von der ganzen schwarzen Trüffel über Trüffelcremes in Schwarz und Weiß bis zu aromatischem Trüffelöl und den knusprigen Panfoglie mit Trüffel.
Denn das schwarze Gold der Küche gehört nicht nur in die Sternerestaurants. Es gehört auch auf deinen Tisch.
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