November 26, 2020

Schmücken like Christkind

Aufgeregt steht Klein-Jonas fertig ausgerüstet an der Haustür. Ganz zappelig ist er. Und weil er die ganze Zeit auf und ab hüpft rutscht ihm die Mütze mit dem dicken Bommel immer wieder über die funkelnden Augen. Endlich ist auch der Rest der Familie fertig. Bis auf Mia, die mag nicht so gern mit in das kalte Wetter und hat daher die Aufgabe übernommen, während die anderen unterwegs sind, schon einmal den Weihnachtsbaumschmuck aus dem Keller heraufzuholen und zu sichten.

Mama Christine, Papa Stefan, Klein-Jonas und Luisa machen sich auf den Weg zur Weihnachtsbaumplantage um in diesem Jahr endlich den Perfekten Baum zu finden. Er darf nicht zu klein, nicht zu krumm, nicht zu wenig grün und vor allem eigentlich auf gar keinen Fall stachelig und pieksig sein. Auf der Plantage angekommen streifen sie mal zusammen, mal jeder für sich durch die unzähligen Reihen von Bäumen. Irgendwann quiekt Luisa freudig auf und verkündet damit: Hier ist unser perfekter Baum.

Unterdessen hat Mia zuhause die Pappkartons mit dem Schmuck aus dem Keller nach oben gehievt. Da ihr dies schon ziemlich anstrengend war, lagert sie die Kartons vorläufig und nur für einen kurzen Moment im Hausflur, schlendert in die Küche und bereitet sich eine heiße Schokolade mit Sahne, die sie genüsslich während eines kleinen WhatsApp-Flirts mit Adrian auf dem Sofa genießen möchte. Kaum hat sie sich dort niedergelassen und das Handy gezückt, klingelt es an der Haustür. Genervt verdreht Mia die Augen als ihr einfällt, dass Mama ihr ja gesagt hat, dass Onkel Sebastian noch vorbeikommen und den Weihnachtsbaumständer bringen wollte. Das kann sie dann wohl nicht ignorieren. Also steht sie auf und öffnet die Haustür. Leider hatte sie nicht mitbekommen, dass Snow, ihre Katze sich zwischen die Pappkartons auf einem heruntergefallenen Schal niedergelassen hatte, um ihren wohlverdienten Schönheitsschlaf zu zelebrieren. Als Onkel Sebastian nun in den Flur gestolpert kommt und vor lauter Bauch die Kartons nicht richtig sehen kann, schreckt die Katze mit einem lauten Maunzen auf, springt Sebastian an, der vor Schreck den Weihnachtsbaumständer fallen lässt, über einen Karton stolpert und das Gleichgewicht verliert. Das Geräusch, dass der Pappkarton ertönen lässt als er auf dem selbigen landet, lässt Mia Böses ahnen. Die Christbaumkugeln dürften sich nun eher für einen gemeinsamen Puzzleabend eignen…

Inzwischen sind Mama Christine, Papa Stefan und Klein-Jonas bei Luisa angekommen und begutachten den Weihnachtsbaum des Begehrens. Er ist klein, krumm, blassgrün und ziemlich pieksig. Alle gemeinsam befinden: Perfekt. Kurz darauf ist der Baum im Auto verstaut und die Familie guter Dinge auf dem Weg nach Hause.

Dort treffen sie auf eine zerknirschte Mia, einen noch zerknirschteren Onkel Sebastian und ziemlich kleinteilige Christbaumkugeln. Doch Mama Christine hat keine Lust, sich aufzuregen. Dazu ist ihr die Adventszeit mit ihrer Familie viel zu wertvoll. So zaubert sie kurzerhand ein gemütliches Kaffeetrinken mit den selbst gebackenen Keksen von Oma Alberta, Kaffee für die Erwachsenen und Kakao für die Kinder. Gemeinsam beschließen sie, das ganze mit Humor zu betrachten und den zerbröselten Christbaumschmuck als Anlass zu nehmen, nach 20 Jahren endlich mal frischen Wind in die Weichnachtszeit zu bringen. Mia ist Feuer und Flamme als Mama Christine ihr anbietet, am nächsten Tag gemeinsam mit ihr neuen Schmuck auszusuchen. Beim Shopping ist sie schließlich in ihrem Element. Mal sehen, ob Mama sich von pinkem Baumschmuck überzeugen lässt!?