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Ein neues Lagerhaus

In Lippstadt entsteht ein neuer Stadtteil und dieser unterscheidet sich deutlich vom alteingesessenen Teil, der Altstadt. Was sich dort für Menschen ansiedelten und warum Peter und Hermann Weitsicht bei der Wahl des neuen Standortes bewiesen kannst du hier lesen. Das Haus an der Langen Straße hatte sich für den Großhandel als zu klein erwiesen. Schon […]

In Lippstadt entsteht ein neuer Stadtteil und dieser unterscheidet sich deutlich vom alteingesessenen Teil, der Altstadt. Was sich dort für Menschen ansiedelten und warum Peter und Hermann Weitsicht bei der Wahl des neuen Standortes bewiesen kannst du hier lesen.

Das Haus an der Langen Straße hatte sich für den Großhandel als zu klein erwiesen. Schon 1856 wurde das Haus am Südertor 3 bezogen und durch ein Lagerhaus erweitert. Dann erst wurde das Wohnhaus vergrößert, in dem die Familie Brülle noch weitere 40 Jahre lebte, bis Sohn Fritz im Jahr 1898 schräg gegenüber einen schmucken Neubau baute. Peter hatte bei der Wahl des Grundstücks am Südertor für sein Unternehmen Weitsicht gezeigt, denn er gründete sein junges Unternehmen am Eingang zum Lippstädter Süden, einem damals neuen und aufblühenden Stadtteil.

Die Einwohnerzahl war 1865 auf 7.000 Menschen angewachsen und der alte Stadtkern bot nun nicht mehr genügend Platz. Vor allem nicht für weitere Industrieansiedlungen. Der Lippstädter Süden vergrößerte sich rasch und war in seiner Beschaffenheit und Struktur ganz anders als die Kernstadt. In der Altstadt fand man breittorige Bauernhäuser und eindrucksvolle Patrizierhäuser. Im Süden dagegen wurden kleine Arbeiterhäuser gebaut, die sich optisch deutlich unterschieden. Doch auch die Lebensart und Denkweise der Einwohner unterschied sich deutlich von den alteingesessen Bürgern. In der Altstadt lebten traditionsbewusste, vorwiegend protestantische Bürger, die zäh an alten Überlieferungen festhielten und neuen Dingen skeptisch begegneten. Im Süden lebten Menschen, die die Gemeinsamkeit des Arbeitsplatzes verband und zum größten Teil katholisch waren.

Neben der Westfälischen Union entstanden hier weitere Betriebe, z.B. die Weißenburger Brauerei. Peter trug mit seiner Kolonialwarenhandlung dazu bei, dass Lippstadt sich zu einer vielseitigen und leistungsfähigen Stadt entwickelte, denn Lippstadt war nun wirklich keine kleinbürgerliche Ackerbaustadt mehr. 1900 wurden jährlich 366 Tonnen Flachs, Hanf und Werg importiert. Heimische Erzeugnisse dieser Zeit waren Seiler- und Bürstenwaren, Destillationsprodukte, Zigarren und Fleischwaren. Europaweiter Handel inklusive.

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